Sonntag, 10. Mai 2015

Sonntagsgedanken


Es ist einer dieser Sonntagabende -nachmittage. Ist ja noch gar nicht Abend. Der Tag zehrt sich dahin. Das Zimmer ist unaufgeräumt. Ja, man selbst ist unaufgeräumt. Gedanken stapeln sich, wie das Geschirr in der Spüle. Man fühlt die im Sonnenlicht glitzernde Staubschicht der Fenster auf der Haut ruhen. Haarsträhnen hängen an den Seiten raus, der Kaffee ist schon längst kalt, die Musik läuft irgendwo im Hintergrund, egal wie laut man sie aufdreht.

Man selbst ist verspeist worden vom Wochenende, versucht Eindrücke zu ordnen, das Geschirr abzuwaschen und dabei die Gedanken zu sortieren. Dazwischen ein Schluck kalten Kaffee. Die Zeit scheint still zu stehen. Man befindet sich irgendwo in der Schwebe. Freude über die Sonnenstrahlen, die in das Zimmer fallen, Ärgernis über die bevorstehende Woche und die To-Do-Listen, die diese mit sich bringt.

Gitarrenriffs im Hintergrund. Der nächste Schluck kalten Kaffee. Ich schau in mein Spiegelbild auf dem dunklen Bildschirm vor mir. Die Augen etwas erschöpft, der Blick unwissend und fragend, das Lächeln kaum wahrzunehmen, aber ehrlich. Das Schlagzeugsolo lässt mich mitwippen. Augen zu. Versuche die Musik zu inhalieren - aufzunehmen. Mehr Lächeln.

Eigentlich alles halb so schlimm, denke ich, lasse das Geschirr stehen und trinke den kalten Kaffee aus.


Habt einen guten Start in die Woche!
Anna

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